Gesundheitssystem Deutschland

Die Bedeutung des Gesundheitswesens in Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten noch weiter wachsen, denn die demografische Entwicklung in Deutschland zeigt eine alternde Gesellschaft wegen der geringen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung. Damit wird auch der Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen wachsen.

Die Akteure im Gesundheitssystem

Das deutsche Gesundheitssystem ist dadurch gekennzeichnet, dass der Staat die unmittelbare Gestaltung des Gesundheitswesens selbstverwalteten Körperschaften und Verbänden überlässt, vor allem den gesetzlichen Krankenkassen, den kassenärztlichen Vereinigungen und den Verbänden der Krankenhausträger.

  1. Staatliche Stellen: Bund, Länder und Kommunen
  2. Korporationen: Körperschaften und Verbände, die die gesundheitliche Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung organisieren und sicherstellen. 
  3. Unternehmen und einzelne Organisationen, die die Gesundheitsleistungen erbringen

Im deutschen Gesundheitssystem dominieren in der dritten Gruppe kleinbetriebliche Strukturen bei den Institutionen, die Gesundheitsleistungen erbringen: z.B.  

  • Niedergelassene Haus- und Fachärzte wie auch Zahnärzte (2007): 138.000
  • Nichtärztliches Personal in den Arztpraxen: 307.000
  • Zahl der Apotheken 2004: 21.392 dort Beschäftigte: ca. 173.000 
  • Krankenhäuser: 2087
    • Ärzte in den Kliniken (2007): 136.000
    • Das gesamte nichtärztliche Personal in den Kliniken: 692.000; davon Pflegepersonal: 498.000
    • Zahl der Krankenhausbetten (2007): 506.954 (in 2087 Krankenhäusern)
    • Durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus: 8,3 Tage
    • Gesamtumsatz der Krankenhäuser (2005): 62,1 Milliarden € pro Jahr
  • Pflegeheime: Kinder-, Heime für Jugendliche und Erwachsene, Alten-Pflegeheime
    • In ca. 11.000 Alten-Einrichtungen lebten bundesweit im Durchschnitt etwas über 675.000 Ältere* (2006).
    • Verweilzeiten: zwischen 6 und 18 Monaten im Schnitt. 

Beschäftigung im Gesundheitswesen insgesamt

Anzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen

Im Jahr 2011 gab es in in Deutschland 4,9 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen. Die Anzahl der Arbeitsplätze stieg um 87.000 im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der Beschäftigungstrend der letzten fünf Jahre fort: Zwischen 2006 und 2011 wuchs die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um insgesamt 457.000 Personen oder 10,2 %.

Die Zahl der Ärzte stieg um 8000 auf 342 000, bei den Krankenpflegern zählten die Statistiker ein Plus von ebenfalls 8000 auf 826 000. In sozialen Berufen wie der Altenpflege arbeiteten 2011 rund 444 000 Menschen, das waren 23 000 Menschen mehr als 2010. Rund 17 000 Arbeitsplätze mehr gab es in anderen Berufen des Gesundheitswesen wie Verwaltungsfachleuten oder Reinigungskräften. Dort sind insgesamt rund 1,41 Millionen Menschen beschäftigt. Rund 2,2 Millionen Beschäftigte waren in der ambulanten, rund 2,0 Millionen Beschäftigte in der (teil-)stationären Gesundheitsversorgung tätig. Quelle: Statistisches Bundesamt

Der Mangel an ..

Die o.g. Zahlen sagen leider noch nichts darüber aus, ob und wo der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen steckt. Ob es langfristig durch den demografischen Wandel in Deutschland zu einem Mangel an Pflegekräften kommen wird, ist eigentlich nicht mehr umstritten. Es geht vielmehr um die Frage, in welchem Jahr es einen wie hohen Personalnotstand geben wird: Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sagen, dass es im Jahr 2025 rund 152.000 zu wenig Beschäftigte in Pflegeberufen geben wird.

Daher ist es wichtig für die Planung der eigenen Rekrutierungsmaßnahmen einen Blick auf die konkrete Branche und Berufsfelder zu werfen: