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Tuesday, 09. October 2018 06:53 Alter: 106 days
Kategorie: Allgemein, Allgemein

Über 1.000 Teilnehmer besuchten dreitägigen Fachkongress der Fitness- und Gesundheitsbranche Aufstiegskongress 2018 in Mannheim trug das Motto "Touch & Tec - Mensch und Technologie"

Saarbrücken (ots) - Am 5./6. Oktober fand mit dem Aufstiegskongress bereits zum zwölften Mal der Fachkongress der Fitness- und Gesundheitsbranche, in diesem Jahr unter dem Motto "Touch & Tec - Mensch und Technologie", statt. Außerdem feierte am Vortag der wissenschaftliche Vorkongress "Up-to-date" seine Premiere. An insgesamt drei Kongresstagen konnten die Veranstalter, die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie sowie die BSA-Zert, erneut über 1.000 interessierte Teilnehmer zu diesem Branchenevent im Mannheimer m:con Congress Center Rosengarten begrüßen.

Stuttgart (ots) - Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) verbessert die Versorgung der Patienten und steigert die Effizienz - auf diese Kurzformel lassen sich die Ergebnisse nach acht Jahren zusammenfassen. Forscher der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg belegen für den bundesweit ersten HZV-Vertrag in Baden-Württemberg deutliche Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Regelversorgung. Erstmalig zeigt sich, dass Diabetikern durch die intensivere HZV-Betreuung in drei Jahren über 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Amputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle erspart bleiben. Pro Jahr ergibt sich eine Reduktion unnötiger Krankenhauseinweisungen bei Herzpatienten von 3.900 Fällen.Die bessere Versorgung wird dabei auf effizienterem Niveau erreicht: 2015 lagen die Investitionen der AOK Baden-Württemberg in den Hausarztvertrag und die damit verknüpften Facharztverträge bei 530 Millionen Euro - 35 Millionen Euro weniger als in der Regelversorgung angefallen wären.

Die Studie beweise, dass die politische Vorgabe zur Umsetzung der HZV erfolgreich gelingt, wenn die regionale Versorgungsgestaltung selbst in die Hand genommen wird: "Hausarztverträge verbessern die medizinische Versorgung, stärken die Rolle des Hausarztes als Gesundheitslotse und tragen zu einer spürbaren finanziellen Entlastung bei, indem Über-, Fehl- und Unterversorgung systematisch abgebaut werden", bilanzieren die beiden Studienleiter Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/Main, und Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg.

Chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Herzinsuffizienz und Mehrfacherkrankungen nehmen in Deutschland deutlich zu. Hier setzt die HZV an: Sie will die Hausarztrolle stärken, die Patientenversorgung verbessern und die Ressourcen möglichst effizient nutzen. 2008 startete mit dem AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg bundesweit der erste HZV-Vertrag. Seit Beginn wird er von unabhängigen Wissenschaftlern insbesondere auf Unterschiede gegenüber der Regelversorgung untersucht. "Es zeigt sich nun erstmalig, dass in der HZV-Gruppe bei 119.000 Diabetikern im Verlauf von drei Jahren gut 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Fußamputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle vermieden werden können", so Gerlach.

Für Betroffene bedeuten diese Komplikationen eine weitaus größere Einschränkung ihrer Lebensqualität oder sogar eine verkürzte Lebensdauer als die Diabetes-Erkrankung an sich.

Nach seiner Ansicht gibt es dafür zwei Gründe: Einerseits müssen Hausärzte für ihre Patienten strukturierte Chronikerprogramme, so genannte Disease-Management-Programme (DMP), anbieten. Die DMP-Rate liegt bei Diabetikern rund doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe. Andererseits gibt es einen unabhängigen 'HZV-Effekt', bedingt durch verschiedene Faktoren,der zu den positiven Versorgungseffekten beiträgt. So müssen die Hausärzte etwa regelmäßigan strukturierten Qualitätszirkeln zur rationalen Pharmakotherapie teilnehmen.

Die Versorgungsforscher überprüften auch, wie sich die gestärkte Lotsenfunktion des Hausarztes auf die Anzahl vermeidbarer Krankenhauseinweisungen auswirkt. Diese sind wesentlich verantwortlich für einen kostspieligen 'Drehtüreffekt', der für die Patienten besonders belastend ist und keinen Beitrag zur Genesung leistet. Von 2011 bis 2014 lag die Anzahl in der HZV pro Jahr jeweils um gut einen Prozentpunkt niedriger. Bezogen auf eine Million HZV-Versicherte sind dies insgesamt rund 40.000 Fälle. Davon entfallen allein pro Jahr rund 3.900 auf Koronare Herzerkrankung (KHK) und Herzinsuffizienz. "Ich führe diesen Rückgang eindeutig auf die intensivere und besser koordinierte Betreuung chronisch kranker Patienten durch den Hausarzt zurück", erklärt Szecsenyi. "Jeder HZV-Patient hat pro Jahr im Schnitt drei Hausarztkontakte mehr, gleichzeitig nimmt die Anzahl 'unkoordinierter Facharztkontakte' in der HZV ab". 2014 lag dieser Wert in der HZV-Gruppe bereits 40 Prozent niedriger (1,6 vs. 2,7 Kontakte pro Jahr). Eine Erklärung hierfür ist auch die Abschaffung der Praxisgebühr 2013: In der Regelversorgung wurde die koordinierende Rolle des Hausarztes dadurch anders als in der HZV weiter geschwächt. Eine weitere Erkenntnis laut Szecsenyi: "Die HZV-Effekte sind konstant über mehrere Jahre. In der Mehrzahl der von uns untersuchten Versorgungsbereiche profitieren die Patienten sogar von Jahr zu Jahr mehr." Dazu tragen auch die Facharztverträge bei, die seit 2010 mit der HZV verbunden werden. So verringerte sich unter anderem die Anzahl von Operationen im Magen-Darm-Trakt um fast 30 Prozent. Dies entspricht bei 100 Patienten 2,36 Operationen pro Jahr.

Die wissenschaftliche Studie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass die bessere Qualität in der HZV nicht im Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit steht. "Hausarzt- und Facharztverträge sind seit jeher keine Sparverträge: Wir investieren konsequent in neue patientenorientierte Versorgungs-strukturen und diese Rechnung geht zum Wohle unserer Versicherten auf", lautet das Resümee von Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. 2015 betrugen unsere Investitionen in die Hausarzt- und Facharztverträge 530 Millionen Euro. Im Ergebnis liegen die jährlichen Gesamtkosten für die Versorgung der teilnehmenden Versicherten damit 35 Millionen Euro niedriger als für eine entsprechende Vergleichsgruppe in der Regelversorgung.

Für Dr. Berthold Dietsche ist die HZV "die mit Abstand wichtigste Errungenschaft der letzten 20 bis 30 Jahre", so der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. "Sie bietet den Hausärzten neue Rahmenbedingungen, die unseren Beruf umfassend aufwerten. In Baden-Württemberg gibt es heute kaum noch eine Praxis, der es ohne eine fest etablierte HZV gelingt, einen Nachfolger zu finden". Das unterstreicht Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland: "Die Ergebnisse der Forscher bestätigen unsere praktischen Erfahrungen. Hausärzte und Fachärzte haben in der Regelversorgung gerade für ihre schwer kranken Patienten ein Budget, das schnell aufgebraucht ist, und die Patienten werden immer häufiger ins Krankenhaus abgeschoben. Bei den Hausarzt- und Facharztverträgen im Südwesten gibt es kein Budget und keine Fallzahlbegrenzungen, sondern eine Koordination der Behandlung zwischen Haus- und Fachärzten, die sich an gemeinsamen Behandlungsleitlinien orientiert. Dieses Konzept mit Haus- und Fachärzten erklärt viele positive Ergebnisse unserer Evaluation."

Derzeit nehmen rund 4.000 Haus- und Kinderärzte und über 1.500 Fachärzte und Psychotherapeuten an den Verträgen im Südwesten teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von 1,4 Millionen HZV-Versicherten im AOK-Hausarztvertrag und rund 520.000 Versicherten im gemeinsamen Facharztprogramm von AOK Baden-WüDer Aufstiegskongress hat sich in seinem zwölften Jahr längst als Fachkongress der Fitness- und Gesundheitsbranche etabliert. 2018 stand der Kongress unter dem Hauptmotto "Touch & Tec - Mensch und Technologie". Die Digitalisierung schreitet auch in den Wachstumsbereichen Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit stetig und unaufhaltsam voran. Dennoch sind kompetente und gut ausgebildete Mitarbeiter weiterhin unverzichtbar. Die Schnittstelle von Touch & Tec, von Mensch und Technik optimal zu definieren, die Chancen zu nutzen, welche die Digitalisierung bietet und erfolgreich den Einstieg in diese schnelllebige und komplexe digitale Welt zu schaffen, waren die Inhalte, welche die hochkarätigen Referenten den Teilnehmern vermittelten.

Premiere: Wissenschaftlicher Vorkongress "Up-to-date"

Am Vortag des Aufstiegskongresses fand zum ersten Mal ein wissenschaftlicher Vorkongress statt. Unter dem Titel "Up-to-date" stellten Professoren und Forscher der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG sowie anderer Hochschulen in fünf Kurzvorträgen ihre aktuellen Forschungsprojekte und -ergebnisse rund um die Themen Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit vor - so unter anderem zu Forschungsthemen im Bereich Neukundenprofile im Fitness-Studio und EMS-Training. Anschließend nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit den Referenten zu diskutieren. Insgesamt wurde die Premiere des wissenschaftlichen Vorkongresses sehr positiv von den Teilnehmern angenommen, was eine erneute Auflage im kommenden Jahr durchaus möglich macht.

Aufstiegskongress: Eröffnungsvortrag durch den DFB-Sportpsychologen

Zum Auftakt des Aufstiegskongresses setzte Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann, Sportpsychologe der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, mit seinem Vortrag "Teams for Touch - Wie Sie Mitarbeiterteams formen, die Menschen begeistern", sofort ein Ausrufezeichen. Nicht nur die Teilnehmer zeigten sich begeistert, auch der Moderator des Aufstiegskongresses, Prof. Dr. Thomas Wessinghage, kategorisierte den Vortrag als einen der besten, der in den vergangenen zwölf Jahren gehalten wurde. Das Niveau sollte auch in der Folge hoch gehalten werden. So zeigte mit Norbert Barnikel, einer der Vordenker der deutschsprachigen Digitalisierung, den Anwesenden die "Dos and Don'ts der Digitalisierung in Dienstleistungsunternehmen" auf. Prof. Dr. Oliver Schumann, griff einige Punkte Barnikels auf, um in seinem nachfolgenden Vortrag noch mehr zu verdeutlichen wie die komplexe Managementaufgabe der Digitalisierung im Fitnessbereich gemeistert werden kann.

Podiumsdiskussion, Nachwuchsforum und "Get Together"

Doch der Aufstiegskongress ist für sein vielseitiges Programm längst bekannt, welches nicht nur aus spannenden Vorträgen besteht. Die zweite Hälfte des ersten Kongresstages wurde mit einer Podiumsdiskussion, moderiert vom Unternehmenssprecher der McFIT Global Group, Pierre Geisensetter, eröffnet. Hier zeigten langjährig erfolgreiche Führungskräfte auf, wie ihre unterschiedlich positionierten Unternehmen aus der Fitnessbranche die Schnittstellen zwischen Mensch und Technologie definiert und welche Erfahrungen sie damit gesammelt haben. Anschließend zeigten zwei Jungunternehmer im Nachwuchsforum auf, wie sie mit EMS-Training erfolgreich den Weg in die Selbstständigkeit gegangen sind.

Den Abschlussvortrag des ersten Kongresstages hielt mit Frederik Neust ein echter Experte für digitales Marketing, der aktuell das Online-Marketing des am schnellsten wachsenden, asiatischen Hotelmanagement-Unternehmen betreut, welches sieben Ketten, darunter eine Healthy-Lifestyle-Hotelkette beinhaltet. Er zeigte auf mitreißende und unterhaltsame Art und Weise auf, wie mithilfe von Online-Marketing "Problemzonen" in "digitale Muskeln" verwandelt werden.

Anschließend feierten die Teilnehmer beim "Get Together" mit Live-Musik und DJ und gaben auf der Tanzfläche ihr Bestes, um am nächsten Morgen gut gelaunt den zweiten Kongresstag zu besuchen.

Fach-Foren und Masterclasses am zweiten Kongresstag

Der zweite Kongresstag stand ganz im Zeichen der insgesamt sechs praxisnahen Fach-Foren Management, Coaching, Training, Sportökonomie, Ernährung und Betriebliches Gesundheitsmanagement sowie den beiden Masterclasses Existenzgründung und Online-Marketing. Zum ersten Mal fanden die sechs Fach-Foren hintereinander statt, sodass die Teilnehmer Input aus allen Bereichen sammeln konnten. Zudem konnten sie zwei Masterclasses besuchen. In der Masterclass Online-Marketing wurde ihnen anhand von Beispielen aufgezeigt, wie Online-Marketing zum Erreichen der Unternehmensziele genutzt, wie Werbung auf Facebook und Instagram geschaltet und wie dadurch "Leads" in einem "Funnel" zu Kunden konvertiert werden können. Die zweite Masterclass war vor allem für die Teilnehmer spannend, die den Weg in die Selbstständigkeit gehen möchten. Diese erfuhren, welche innovativen Praxis-Tools und Methoden es gibt, mit deren Hilfe sich aus ersten Geschäftsideen konkrete und nachhaltig funktionierende Geschäftsmodelle entwickeln lassen und wie sich Risiken des eigenen Geschäftsmodells systematisch feststellen und reduzieren lassen.

Fazit

Der Aufstiegskongress 2018 bot mehr als 1.000 Teilnehmern neben Inspirationen und aktuellem Fachwissen auch viel Raum, um Kontakte zu knüpfen oder das berufliche Netzwerk zu pflegen und zu erweitern. Mehr als 20 Unternehmen aus der Fitness- und Gesundheitsbranche präsentierten sich dazu bei der diesjährigen Partner-Ausstellung und machten das Branchenevent somit noch vielschichtiger. Die Besucher können sich schon heute auf den kommenden Aufstiegskongress, der am 25./26.10.2019 stattfindet, freuen.

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Quelle: https://www.presseportal.de/nr/70906